Verpasste Chancen für den Fußball
Verpasste Chancen für den Fußball
Ein Theaterstück in 3 Akten
- Akt
Stellen sie sich folgende Szenerie vor:
Samstags, 16.00 Uhr, Sportplatz Hetzerath:
Der Rasen ist klasse, das Wetter optimal, viele Zuschauer, die sich zusammensetzen aus Müttern, Vätern, Großeltern, Trainern, Betreuern, Vorstandsmitgliedern, Brüdern, Schwestern, Freunden u.a.
Anpfiff zum D-Jgd-Spiel!
Man sieht gute Kombinationen, schöne Einzelaktionen, Torchancen, tolle Paraden und ein klasse Tor, bzw. klasse Tore.
Die Jungs ( Gastgeber wie Gast ) haben Spaß an der schönsten Nebensache der Welt.
Und das, obwohl es um wichtige Partien um den Einzug in die Play-off-Spiele geht.
Klingt toll, klingt schön, fast zu schön um wahr zu sein…
Halbzeit
2. Akt
Nun stellen sie sich folgende Szenerie vor:
Gleiche Rahmenbedingungen, doch …
Der Gästetrainer liegt mit seinem Team zurück und/oder ist mit dem Spielverlauf unzufrieden. Das darf er grundsätzlich ja auch.
Blöd nur, wenn er auf dem Platz steht und an diesem Nachmittag zusätzlich den Referee gibt, den Schiedsrichter, den Unparteiischen.
Extrem blöd, wenn er denkt, dass der Zweck die Mittel heiligt …
So kommt es,
dass so lange – teilweise haarsträubende – Fehlentscheidungen getroffen werden, bis das erwünschte Ergebnis erzielt ist,
dass sich 11-jährige Kinder ( der eigenen wie der gegnerischen Mannschaft ) von erwachsenen Männern anschreien, ja anbrüllen lassen müssen, und zwar von Männern, denen Eltern ihre Kinder mehrmals wöchentlich anvertrauen,
dass diesen Kindern und auch Zuschauern gedroht wird und
dass er sich auch mit Kraftausdrücken wie „Halt die Schnauze“, „Halt deine Fresse“, u.a. nicht zurückhält.
Gibt`s nicht, werden sie sagen …
Schön wär`s!
Spielende
3. Akt
Die abschließende Szenerie:
Abpfiff. Enttäuschung. Wut. Tränen. Unverständnis.
Und noch viel mehr…
Es ist immer noch Samstag, der Rasen war klasse, das Wetter optimal.
Noch lange nach Spielende sind hitzige Debatten im Gange mit vielen Akteuren, die sich zusammensetzen aus Müttern, Vätern, Großeltern, Trainern, Betreuern, Vorstandsmitgliedern, Brüdern, Schwestern, Freunden u.a.
Und mittendrin die 10- bis 11-jährigen Jungs, die sich schon ab montags auf den nächsten Samstag freuen, auf die schönste Nebensache der Welt.
Hier wurde viel kaputt gemacht…
Zweimal wurde ich in dieser Saison Zeuge einer solchen Inszenierung…
Das Ergebnis?
Uninteressant.
Der Verlierer?
Der Fußball, besonders der Jugendfußball.
Schade, dass man so etwas scheinbar nicht unterbinden kann.
Die Namen der Trainer, die sich fragen lassen müssen, welche Werte sie den ihnen anvertrauten Kindern auf diese Art und Weise vermitteln?
Ich denke, auch ohne sie zu nennen, haben sie durch ihre Aufführungen ( die keine Eintagsfliegen waren ) traurige, regionale Bekanntheit erreicht.
Die Jugendarbeit in den Vereinen ist von immenser Wichtigkeit. Schade, dass so große Chancen verpasst werden.
Es beschleicht einen eine BÖSE(N) SORGE ….
Eric Thielmann
PS: Stehender Applaus gebührt den Trainern, Betreuern und Spielern der D-Jugend Hetzerath/Föhren/Bekond, die sich trotz der Widrig- und Unmöglichkeiten vorbildhaft verhalten haben. Respekt.
